Die folgenden Arten sind in der Roten Liste gefährdeter Pflanzen Südtirols mit höchstem Handlungsbedarf gelistet d. h. ihr Verschwinden in Südtirol ist absehbar, falls nicht konkrete Maßnahmen getroffen werden.
Alle Arten außer zwei sind vom Aussterben bedroht (CR; critical endangered), nur der Nordische Drachenkopf und der Nordische Igelkolben sind "lediglich" stark gefährdet (EN; endangered). Hinter jeder Art steckt ein sehr konkretes Bedrohungsszenario. Gleichzeitig wurden bereits in der Roten Liste Maßnahmen vorgeschlagen, welche den Arten helfen könnten. Bislang sind die Naturschutzämter großteils untätig geblieben.
In den kommenden Wochen und Monaten werden im Blog immer wieder einmal einzelne Arten vorgestellt werden und deren prekäre Situation wird geschildert.
zur Liste: Deutscher Name, Lateinischer Name,
!! = Südtirol trägt eine sehr hohe Verantwortung für den Erhalt der Art in ihrem Gesamtareal bzw. in Italien oder in den Alpen.
! = Südtirol trägt eine hohe Verantwortung für den Erhalt der Art in ihrem Gesamtareal bzw. in Italien oder in den Alpen.
Wanzen-Knabenkraut (Anacamptis coriophora)
Strauß-Glockenblume (Campanula thyrsoides)
Kopf-Segge (Carex capitata) !!
Strick-Segge (Carex chordorhiza) !!
Kamm-Segge (Carex disticha)
Torf-Segge (Carex heleonastes) !!
Simsen-Segge (Carex maritima) !
Punkt-Segge (Carex punctata)
Schmalblättrige Segge (Carex stenophylla) !!
Scheiden-Segge (Carex vaginata) !!
Goldbart (Chrysopogon gryllus) !
Österreichischer Drachenkopf (Dracocephalum austriacum) !!
Nordischer Drachenkopf (Dracocephalum ruyschiana) EN !
Nadel-Sumpfbinse (Eleocharis acicularis)
Schweizer Meerträubel (Ephedra helvetica) !!
Schlankes Wollgras (Eriophorum gracile) !!
Lungen-Enzian (Gentiana pneumonanthe)
Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica)
Moor-Glanzständel (Liparis loeselii) !!
Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica)
Spinnen-Ragwurz (Ophrys sphegodes)
Karst-Läusekraut (Pedicularis hacquetii)
Drüsen-Mauerpfeffer (Sedum villosum)
Nordischer Igelkolben (Sparganium hyperboreum) EN !!
Zwerg-Haarbinse (Trichophorum pumilum) !
Quelle:
Wilhalm T. & Hilpold A. (2006): Rote Liste gefährdeter Gefäßpflanzen Südtirols. Gredleriana 6:115–198.
Dienstag, 09. Februar 2010
Freitag, 05. Februar 2010
Sonnige Aussichten
Ein ausführlicher Artikel in ff 05 vom 04. Februar 2010 zeigt auf, zu welchen Absurditäten die momentane Energiepolitik führen kann. Wo "Umweltfreundliche Energiegewinnung" reine Geldmacherei tarnen muss, bleiben Negativfolgen für Natur und Landschaft nicht aus. Gegen alternative Energieproduktion wäre nichts auszusetzen, nur sollte sie wirklichen Gesamtkonzepten folgen. Punktuelle Installationen, wie es auch die meisten Kleinstwasserkraftwerke sind, besitzen einen derart geringen Wirkungsgrad, dass sie ihrem Ziel, saubere Energie zu produzieren, eigentlich schon aufgrund des immensen Energieaufwandes für ihre Inbetriebnahme kaum mehr gerecht werden können.
Hier einige Auszüge aus dem Artikel:
Goldige Wiesen
Die Gemeinde Vöran errichtet eine 3,5 Hektar große Fotovoltaikanlage auf der Wiese eines Bauern. Jetzt fürchtet man, dass auch andere Gemeinden der Kulturlandschaft mit Paneelen zu Leibe rücken.
[...]
Das Geschäft mit dem Solarstrom soll Geld in die magere Gemeindekasse spülen. Ein simpler wie einleuchtender Plan. Doch die sonnige Idee hat auch ihre Schattenseite.
Das Problem lässt sich wohl am besten in Form einer Frage formulieren: Was, wenn auch andere Gemeinden Südtirols auf die Idee kommen, einen Teil ihrer Kulturlandschaft mit Paneelen zuzupflastern? Was, wenn im Tourismusland Südtirol, dessen unwiederbringliches Kapital die Landschaft ist, ganze Wiesen und Felder unter Fotovoltaikpaneelen verschwinden?
Das Pilotprojekt ist bereits durchgewinkt. Die Landesregierung hat es vor rund zwei Wochen genehmigt. Die Anlagen – es handelt sich zweifelsohne um das größte landesweite Solarstromprojekt dieser Art – seien im öffentlichen Interesse und so konzipiert, dass sie landschaftlich kompatibel sind, hieß es hierzu. Mit einigem Stolz verkündete Landeshauptmann Durnwalder höchstpersönlich, dass Vöran mit Ausnahme des Verkehrs „als erste Südtiroler Gemeinde energieautark“ sei.
Nun geht es an die internationale Ausschreibung des 6-7 Millionen Euro teuren Vorhabens. Eine Anlage wird unweit des Vöraner Ortskerns beim „Töthhof“ entstehen. Dort ist die Wiese, die die Gemeinde vom „Töthhof“-Bauern pachtet, idealerweise gen Süden sowie Südosten ausgerichtet, denn die Vormittagssonne ist leistungsstärker als die Nachmittagssonne. Die zweite Anlage wird oberhalb der Sportzone nahe dem Gasthaus „Grüner Baum“ auf einer Lichtung in Richtung bekanntes Ausflugsziel „Leadner Alm“ errichtet – „von der Straße uneinsehbar“, wie der Bürgermeister versichert.
Das freilich lässt sich von der „Töthhofwiese“ nicht behaupten. Wer mit der Seilbahn in das idyllisch gelegene Dorf auf den Tschöggelberg fährt, dem präsentieren sich Wiesen wie diese gewissermaßen als kulturlandschaftliche Eintritts- und Visitenkarte Vörans. „Die Anlage unterm Dorf mag unter Anführungszeichen vielleicht ein kleines ästhetisches Manko haben“, sagt Bürgermeister Alber. Doch geht es nach ihm, lässt sich darüber leicht hinwegsehen. Etliche Hundertausend Euro im Jahr sollen beide Anlagen zusammen erwirtschaften; in acht Jahren sollten sich die Investitionsspesen amortisiert haben. „Mit den zwei Fotovoltaikanlagen werden wir insgesamt 2,5 Megawatt produzieren. Der Erlös, den wir durch den Stromverkauf an das Enel erhalten, schließt große finanzielle Lücken unserer strukturschwachen Gemeinde und bringt damit die ganze Dorfgemeinschaft weiter“, so Alber.
Das muss man auch in Bozen so gesehen haben. Die Lobbyarbeit des Bürgermeisters, der auch Obmann der Milkon ist, scheint vor der politischen Weichenstellung jedenfalls gefruchtet zu haben. Nur ein Gutachten scheint sich gegen das Projekt ausgesprochen zu haben – jenes der Forstbehörde, wie auf Nachfrage bestätigt wird. „Dieses ist in Bozen als tendenziös beschrieben worden“, entgegnet der Vöraner Bürgermeister. Und ergänzt: „Wir schlägern keinen einzigen Baum.“ Doch was ist tendenziös daran, wenn man sich Sorgen um ein (noch) intaktes Landschaftsbild macht? Dass der Fall der Fotovoltaikanlage im landwirtschaftlichen Grün zum Präzendezfall werden könnte, beschäftigt Naturschützer und Touristiker gleichermaßen. „Man führt pseudoökologische Argumente ins Feld, dabei geht es rein ums Geld“, heißt es hierzu etwa aus dem Dachverband für Natur und Umweltschutz; eine auf Energieeffizienz beruhende Sanierung öffentlicher Gebäude würde ökologisch weit mehr bringen.
Bislang hatten sich Südtirols Gemeinden damit begnügt, Solarstromanlagen auf den Dächern gemeindeeigener Strukturen zu errichten. Der Schritt auf die Wiese ist neu. „Ich denke nicht, dass unser Projekt einen Präzedenzfall darstellt, weil die gesamtstaatlichen Vergünstigungen zur Inbetriebnahme von Fotovoltaikanlagen samt Stromproduktion in der bestehenden Form nur mehr heuer gelten“, sagt Bürgermeister Alber.
[...]
Der Fotovoltaikzugriff auf Wiese und Weide scheint die Raumordnungskommission nicht zu sorgen: Das Vöraner Projekt wurde positiv begutachtet. Unter anderem deshalb, weil der soeben in Pension gegangene Leiter der Landesabteilung Natur und Landschaft Roland Dellagiacoma bei den Paneelen auf der Wiese keinen großen ästhetischen Unterschied zu Hagelnetzen erkannte. „Auf bestehenden Dächern ist Fotovoltaik in puncto Landschaftsschutz und Raumordnung kein Problem, auf der Wiese ist das eine etwas andere Sache“, sagt Anton Aschbacher. Und Südtirols Raumordnungschef fügt hinzu: „Das Problem dabei ist, nach welchen Kriterien wir bei solchen Fällen zukünftig entscheiden.“
Markus Larcher
Hier einige Auszüge aus dem Artikel:
Goldige Wiesen
Die Gemeinde Vöran errichtet eine 3,5 Hektar große Fotovoltaikanlage auf der Wiese eines Bauern. Jetzt fürchtet man, dass auch andere Gemeinden der Kulturlandschaft mit Paneelen zu Leibe rücken.
[...]
Das Geschäft mit dem Solarstrom soll Geld in die magere Gemeindekasse spülen. Ein simpler wie einleuchtender Plan. Doch die sonnige Idee hat auch ihre Schattenseite.
Das Problem lässt sich wohl am besten in Form einer Frage formulieren: Was, wenn auch andere Gemeinden Südtirols auf die Idee kommen, einen Teil ihrer Kulturlandschaft mit Paneelen zuzupflastern? Was, wenn im Tourismusland Südtirol, dessen unwiederbringliches Kapital die Landschaft ist, ganze Wiesen und Felder unter Fotovoltaikpaneelen verschwinden?
Das Pilotprojekt ist bereits durchgewinkt. Die Landesregierung hat es vor rund zwei Wochen genehmigt. Die Anlagen – es handelt sich zweifelsohne um das größte landesweite Solarstromprojekt dieser Art – seien im öffentlichen Interesse und so konzipiert, dass sie landschaftlich kompatibel sind, hieß es hierzu. Mit einigem Stolz verkündete Landeshauptmann Durnwalder höchstpersönlich, dass Vöran mit Ausnahme des Verkehrs „als erste Südtiroler Gemeinde energieautark“ sei.
Nun geht es an die internationale Ausschreibung des 6-7 Millionen Euro teuren Vorhabens. Eine Anlage wird unweit des Vöraner Ortskerns beim „Töthhof“ entstehen. Dort ist die Wiese, die die Gemeinde vom „Töthhof“-Bauern pachtet, idealerweise gen Süden sowie Südosten ausgerichtet, denn die Vormittagssonne ist leistungsstärker als die Nachmittagssonne. Die zweite Anlage wird oberhalb der Sportzone nahe dem Gasthaus „Grüner Baum“ auf einer Lichtung in Richtung bekanntes Ausflugsziel „Leadner Alm“ errichtet – „von der Straße uneinsehbar“, wie der Bürgermeister versichert.
Das freilich lässt sich von der „Töthhofwiese“ nicht behaupten. Wer mit der Seilbahn in das idyllisch gelegene Dorf auf den Tschöggelberg fährt, dem präsentieren sich Wiesen wie diese gewissermaßen als kulturlandschaftliche Eintritts- und Visitenkarte Vörans. „Die Anlage unterm Dorf mag unter Anführungszeichen vielleicht ein kleines ästhetisches Manko haben“, sagt Bürgermeister Alber. Doch geht es nach ihm, lässt sich darüber leicht hinwegsehen. Etliche Hundertausend Euro im Jahr sollen beide Anlagen zusammen erwirtschaften; in acht Jahren sollten sich die Investitionsspesen amortisiert haben. „Mit den zwei Fotovoltaikanlagen werden wir insgesamt 2,5 Megawatt produzieren. Der Erlös, den wir durch den Stromverkauf an das Enel erhalten, schließt große finanzielle Lücken unserer strukturschwachen Gemeinde und bringt damit die ganze Dorfgemeinschaft weiter“, so Alber.
Das muss man auch in Bozen so gesehen haben. Die Lobbyarbeit des Bürgermeisters, der auch Obmann der Milkon ist, scheint vor der politischen Weichenstellung jedenfalls gefruchtet zu haben. Nur ein Gutachten scheint sich gegen das Projekt ausgesprochen zu haben – jenes der Forstbehörde, wie auf Nachfrage bestätigt wird. „Dieses ist in Bozen als tendenziös beschrieben worden“, entgegnet der Vöraner Bürgermeister. Und ergänzt: „Wir schlägern keinen einzigen Baum.“ Doch was ist tendenziös daran, wenn man sich Sorgen um ein (noch) intaktes Landschaftsbild macht? Dass der Fall der Fotovoltaikanlage im landwirtschaftlichen Grün zum Präzendezfall werden könnte, beschäftigt Naturschützer und Touristiker gleichermaßen. „Man führt pseudoökologische Argumente ins Feld, dabei geht es rein ums Geld“, heißt es hierzu etwa aus dem Dachverband für Natur und Umweltschutz; eine auf Energieeffizienz beruhende Sanierung öffentlicher Gebäude würde ökologisch weit mehr bringen.
Bislang hatten sich Südtirols Gemeinden damit begnügt, Solarstromanlagen auf den Dächern gemeindeeigener Strukturen zu errichten. Der Schritt auf die Wiese ist neu. „Ich denke nicht, dass unser Projekt einen Präzedenzfall darstellt, weil die gesamtstaatlichen Vergünstigungen zur Inbetriebnahme von Fotovoltaikanlagen samt Stromproduktion in der bestehenden Form nur mehr heuer gelten“, sagt Bürgermeister Alber.
[...]
Der Fotovoltaikzugriff auf Wiese und Weide scheint die Raumordnungskommission nicht zu sorgen: Das Vöraner Projekt wurde positiv begutachtet. Unter anderem deshalb, weil der soeben in Pension gegangene Leiter der Landesabteilung Natur und Landschaft Roland Dellagiacoma bei den Paneelen auf der Wiese keinen großen ästhetischen Unterschied zu Hagelnetzen erkannte. „Auf bestehenden Dächern ist Fotovoltaik in puncto Landschaftsschutz und Raumordnung kein Problem, auf der Wiese ist das eine etwas andere Sache“, sagt Anton Aschbacher. Und Südtirols Raumordnungschef fügt hinzu: „Das Problem dabei ist, nach welchen Kriterien wir bei solchen Fällen zukünftig entscheiden.“
Markus Larcher
Freitag, 29. Jänner 2010
Jahr der Biodiversität - Werbegag oder ein Schritt nach vorne?
Schon vor einigen Wochen schaffte es die Biodiversität auf die Dolomiten-Titelseite. 2010 ist weltweit das Jahr der Biodiversität und Südtirol darf dabei natürlich nicht fehlen. Publikumswirksam wurde im Artikel die bisherige Arbeit im Bereich Artenschutz gelobt und wurden weitere Aktionen für die heimische Artenvielfalt angekündigt. Kritische Stimmen kamen, wie so oft im "Tagblatt der Südtiroler" keine zu Wort. Wer möchte schon kritisieren, wenn doch alles in bester Ordnung ist? Doch zu hinterfragen gäbe es gar so einiges (wie in diesem Blog ja schon so oft geschehen). Zunächst das Offensichtlichste: die Südtiroler Landesregierung benutzt, wie leider häufiger der Fall, sinnvolle Aktionen und Events als reine Werbegags, stellt also die Fassade vor den Inhalt. Wichtig ist ihr nicht, dass Natur bewahrt wird, sondern dass das Wahlvolk denkt, dass sie bewahrt wird. Wenn sie es anders meinte, käme sie nicht drum herum auch mal Zahlen zu präsentieren (die bis dato leider noch gar nicht erhoben wurden). Artenschutz lässt sich wunderbar an Zahlen festmachen. Entweder es gibt eine Art oder es gibt sie nicht. Entweder die letzte Südtiroler Laubfroschpopulation existiert noch, oder sie hat schon das Zeitliche gesegnet. 1 oder 0 - so eindeutig wie eine Arbeitslosenstatistik des Arbeitsamtes. Schon vor etwa 15 Jahren wurde die erste Rote Liste der Tierwelt Südtirols veröffentlicht. Schon damals waren die Resultate mehr als besorgniserregend. Ob Alpenbock oder Gelbbauchunke, das Spektrum an Arten die zu verschwinden drohen (oder teils gar schon verschwunden sind) ist gross. Auch damals waren sich hohe Politiker nicht zu schade die Publikation mit hübsch formulierten Grussworten zu schmücken, wurde aus einer Buchpräsentation ein Event, das ein allzu vorteilhaftes Licht auf unseren Artenschutz warf. Reaktionen? Fehlanzeige! Politiker und deren ausführende Organe, sprich die Landesämter, liessen alles weiterlaufen wie bisher. Die Grundübel für die heimische Tierwelt, allen voran Intensivierung und Auflassung in der Landwirtschaft, blieben unangetastet, von konkreten Schutzplänen für einzelne Arten ganz zu schweigen. Rund zehn Jahre später wiederholte sich das selbe Szenario bei der Veröffentlichung der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen.
Doch noch ist es für viele Tier- und Pflanzenarten noch nicht zu spät, noch könnten konkrete Schutzmassnahmen ergriffen werden und das Jahr der Biodiversität wäre ein guter Anlass dafür. Initiativen statt nur schöner Worte, nur damit wäre der heimischen Natur wirklich gedient.
Doch noch ist es für viele Tier- und Pflanzenarten noch nicht zu spät, noch könnten konkrete Schutzmassnahmen ergriffen werden und das Jahr der Biodiversität wäre ein guter Anlass dafür. Initiativen statt nur schöner Worte, nur damit wäre der heimischen Natur wirklich gedient.
Dienstag, 26. Jänner 2010
Schonzeit
STOL wartet heute (26.1.10) mit einer positiven Meldung auf. Hoffen wir nur, dass das Ganze nicht ein leeres Versprechen bleibt:
Keine weitere Stromproduktion an Eisack und Rienz
Der Rienzabschnitt vom Kniepass bis zur Einmündung in den Eisack sowie der Eisackabschnitt von Sterzing bis Franzensfeste dürfen auch weiterhin nicht für die Produktion von Strom genutzt werden.
Dies hat die Landesregierung heute entschieden und gleichzeitig alle entsprechenden Ansuchen abgelehnt. "Diese Entscheidung hat keine Auswirkungen auf die Vergabe der Konzession für das Enel-Kraftwerk in Brixen", betonte heute Landeshauptmann Luis Durnwalder.
Keine weitere Stromproduktion an Eisack und Rienz
Der Rienzabschnitt vom Kniepass bis zur Einmündung in den Eisack sowie der Eisackabschnitt von Sterzing bis Franzensfeste dürfen auch weiterhin nicht für die Produktion von Strom genutzt werden.
Dies hat die Landesregierung heute entschieden und gleichzeitig alle entsprechenden Ansuchen abgelehnt. "Diese Entscheidung hat keine Auswirkungen auf die Vergabe der Konzession für das Enel-Kraftwerk in Brixen", betonte heute Landeshauptmann Luis Durnwalder.
Samstag, 02. Jänner 2010
Naturschutz neu?
In der Tageszeitung von letztem Mittwoch (30.12.09) geht es um das neue Naturschutzgesetz, das in den nächsten Monaten umgesetzt werden soll. Inwieweit sich dieses Gesetz tatsächlich positiv auf Arten- und Biotopschutz auswirk, darauf darf man gespannt warten. Wichtige Voraussetzungen für eine solche Besserung wären darin auf jeden Fall enthalten.
Zum einen werden die Schutzgesetze für Flora, Fauna und Mineralien zusammengelegt und um viele Arten erweitert. Berücksichtigt werden dabei auch die diversen Roten Listen, wodurch auch zahlreiche unscheinbarere Arten den Weg ins Gesetz finden. Doch welchen Sinn hat es Tier- und Pflanzenarten zu schützen die der Laie im Feld kaum erkennt, wenn, ja wenn nicht auch die Zusammenarbeit mit Naturschutzinstitutionen und UVP-Komissionen gesucht wird. Denn erst wenn die Bagger stillstehen weil am Zielstandort ein geschütztes Objekt seine Heimat gefunden hat, dann erst hätte das neue Gesetz eine Wirkung.
Dass das "Recht auf Naturgenuss und Erholung" einen hohen Stellenwert im Gesetz erhält wird zwar konkret wenig Folgen zeigen, doch stellt dies doch einen Paradigmenwechsel dar. Nicht die bäuerliche oder touristische Nutzung wird dabei in den Vordergrund gestellt, nein, auch der konkrete Nutzen für unsere freizeithungrige Gesellschaft findet hier seinen Niederschlag - eine Sichtweise die gerade in der Bauernschaft noch viel zu wenig Beachtung findet.
Nun zum Vertragsnaturschutz, ein Instrument das eigentlich schon überfallig ist in Südtirol. Die Tageszeitung gibt hierzu einen Ausschnitt aus dem Gesetzestext wider und fasst das ganze etwas zu vereinfacht in einem Satz zusammen. Etwas klarer wird das ganze wenn man sich den Wikipedia-Artikel über den Vertragsnaturschutz durchliest:"Unter Vertragsnaturschutz versteht man eine Strategie seitens von Naturschutzbehörden, Kulturlandschaften im freiwilligen Zusammenwirken mit den Grundstücksbesitzern zu erhalten, dort wo naturschutzrechtliche Verbote, Anzeige- und Bewilligungspflichten nicht eingreifen können. Viele Kulturlandschaften sind dadurch gefährdet und im Rückgang begriffen, dass die hergebrachte Nutzung nicht mehr wirtschaftlich ist (extensive Nutzung, Verbrachung). Mit dem Grundstücksbesitzer, in der Regel ein Landwirt, wird daher vertraglich vereinbart, bestimmte Pflegearbeiten auf dem Grundstück vorzunehmen, z. B. das Mähen von Wiesen zu bestimmten Zeitpunkten." Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in die Natur gab es eigentlich schon früher, der Vertragsnaturschutz geht aber einen Schritt weiter. Ein Bauer der gegen ein Entgeld oder sonstige Zugeständisse Flächen so nutzt, dass sie der Natur und der Bevölkerung auch tatsächlich nützen, stellt ein Novum dar. Doch Euphorie ist hier fehl am Platz. Mit den jetzigen Naturschutzinstitutionen, allen voran mit dem schwachen Amt für Landschaftsökologie ist das ganze praktisch nicht umsetzbar. Erst wenn dieses personell, aber auch in seiner Autonomie gestärkt wird, hat das ganze eine Chance auf Erfolg.
Zum einen werden die Schutzgesetze für Flora, Fauna und Mineralien zusammengelegt und um viele Arten erweitert. Berücksichtigt werden dabei auch die diversen Roten Listen, wodurch auch zahlreiche unscheinbarere Arten den Weg ins Gesetz finden. Doch welchen Sinn hat es Tier- und Pflanzenarten zu schützen die der Laie im Feld kaum erkennt, wenn, ja wenn nicht auch die Zusammenarbeit mit Naturschutzinstitutionen und UVP-Komissionen gesucht wird. Denn erst wenn die Bagger stillstehen weil am Zielstandort ein geschütztes Objekt seine Heimat gefunden hat, dann erst hätte das neue Gesetz eine Wirkung.
Dass das "Recht auf Naturgenuss und Erholung" einen hohen Stellenwert im Gesetz erhält wird zwar konkret wenig Folgen zeigen, doch stellt dies doch einen Paradigmenwechsel dar. Nicht die bäuerliche oder touristische Nutzung wird dabei in den Vordergrund gestellt, nein, auch der konkrete Nutzen für unsere freizeithungrige Gesellschaft findet hier seinen Niederschlag - eine Sichtweise die gerade in der Bauernschaft noch viel zu wenig Beachtung findet.
Nun zum Vertragsnaturschutz, ein Instrument das eigentlich schon überfallig ist in Südtirol. Die Tageszeitung gibt hierzu einen Ausschnitt aus dem Gesetzestext wider und fasst das ganze etwas zu vereinfacht in einem Satz zusammen. Etwas klarer wird das ganze wenn man sich den Wikipedia-Artikel über den Vertragsnaturschutz durchliest:"Unter Vertragsnaturschutz versteht man eine Strategie seitens von Naturschutzbehörden, Kulturlandschaften im freiwilligen Zusammenwirken mit den Grundstücksbesitzern zu erhalten, dort wo naturschutzrechtliche Verbote, Anzeige- und Bewilligungspflichten nicht eingreifen können. Viele Kulturlandschaften sind dadurch gefährdet und im Rückgang begriffen, dass die hergebrachte Nutzung nicht mehr wirtschaftlich ist (extensive Nutzung, Verbrachung). Mit dem Grundstücksbesitzer, in der Regel ein Landwirt, wird daher vertraglich vereinbart, bestimmte Pflegearbeiten auf dem Grundstück vorzunehmen, z. B. das Mähen von Wiesen zu bestimmten Zeitpunkten." Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in die Natur gab es eigentlich schon früher, der Vertragsnaturschutz geht aber einen Schritt weiter. Ein Bauer der gegen ein Entgeld oder sonstige Zugeständisse Flächen so nutzt, dass sie der Natur und der Bevölkerung auch tatsächlich nützen, stellt ein Novum dar. Doch Euphorie ist hier fehl am Platz. Mit den jetzigen Naturschutzinstitutionen, allen voran mit dem schwachen Amt für Landschaftsökologie ist das ganze praktisch nicht umsetzbar. Erst wenn dieses personell, aber auch in seiner Autonomie gestärkt wird, hat das ganze eine Chance auf Erfolg.
Freitag, 18. Dezember 2009
Ergebnisse zur Fließgewässer-Qualität vorgestellt: Situation leicht verschlechtert
Folgende Meldung der Landespresseagentur kommt eigentlich nicht wirklich überraschend, wenn man bedenkt wie systematisch mittlerweile unsere Wiesen als Gülledeponieen missbraucht werden. Auch so manche überbordende Güllegrube, die man landauf landab so häufig antrifft, belastet schlussendlich unsere Bäche und Flüsse. Im Bild ein Bächlein oberhalb von Aicha bei Brixen, das scheinbar von den darüberliegenden Wiesen und Höfen von Spinges arg beeinträchtigt wurde (Foto vom 29.7.2006).
(LPA) Die Ergebnisse von vier Jahren Untersuchungen zur biologischen Wasserqualität von Südtirols Bächen und Flüssen sind heute (17. Dezember) vorgestellt worden. Die Experten des Biologischen Labors der Landesumweltagentur kommen dabei zu einem nicht gerade erfreulichen Fazit, denn: Die allgemeine Situation hat sich in den letzten vier Jahren leicht verschlechtert.
Die Daten beziehen sich auf Untersuchungen, die von 2005 bis 2008 an 43 Flussläufen durchgeführt worden sind. Untersucht wurde die biologische Gewässergüte, also der ökologische Zustand eines Gewässers. "Diese Art der Untersuchung dokumentiert die Auswirkung von Beeinträchtigungen auf die aquatische Lebensgemeinschaft, also auf Fische, wirbellose Tiere, Algen, Moose und höhere Wasserpflanzen", so die Projektleiterinnen Renate Alber und Birgit Lösch.
Anhand ihrer Untersuchungen haben die Biologinnen die Proben einer von fünf Güteklassen zugeordnet. "Während von 2000 bis 2004 noch 35 Prozent der Probenstellen eine erste Klasse aufwiesen, waren es im aktuellen Erhebungszeitraum nur mehr 29 Prozent", so Luigi Minach, Direktor der Umweltagentur des Landes. Der Anteil der zweiten Klasse liege nun bei 43 Prozent, während er früher gut ein Drittel ausgemacht habe. Auffallend sei, dass zudem vermehrt Proben der dritten Klasse auftreten und auch einige der vierten, die 2000 bis 2004 in Südtirol noch nicht aufgetreten war. Am besten hat übrigens die Falschauer abgeschnitten, am schlechtesten der Salurner Graben.
Die Ergebnisse seien zwar kein Grund zu größerer Sorge, wohl aber müssten die Ursachen erforscht und Verbesserungen angestrebt werden, so Flavio Ruffini, Direktor des Ressorts von Landesrat Michl Laimer. Es sei davon auszugehen, dass vermehrte Ableitungen, aber auch niederschlagsarme Jahre zu einer höheren Konzentration von Nährstoffen und organischer Belastung geführt hätten. Dazu kommen die Nährstoffeinträge aus dem landwirtschaftlich genutzten Umland. "Letztere können durch einen intakten Uferbegleitsaum erheblich verringert werden", so Minach, der allerdings darauf verwies, dass sich die Wasserqualität aus chemischer Sicht verbessere. Dies sei dem sehr hohen Klärungsgrad der Abwässer zu verdanken, der dank der mittlerweile 53 Kläranlagen bei 96 Prozent liegt.
Wie Ernesto Scarperi, Direktor des Landesamts für Gewässerschutz, heute betonte, sei eine ganze Reihe von Schutzmaßnahmen auch im neuen Gewässernutzungsplan des Landes enthalten. So gehe es um eine vorsichtigere Nutzung des Wassers zur Stromproduktion, um höhere Restwassermengen und die Festlegung von Flussabschnitten (etwa an Eisack und Etsch), an denen keine E-Werke entstehen dürften. Darüber hinaus wird es gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerqualität am Salurner und Kalterer Graben geben. Und schließlich sei man bemüht, die noch verbliebenen nicht geklärten Abwässer zu klären.
Wer sich die Ergebnisse der Gewässergüte-Untersuchung im Detail zu Gemüte führen will, bekommt die Publikation kostenlos im Biologischen Landeslabor, Unterbergstraße 2, Leifers (Tel. 0471 950431, E-Mail labbio@provinz.bz.it). Zudem wird man im Südtiroler Bürgernetz fündig: www.provinz.bz.it/umweltagentur/wasser/biologische-untersuchung.asp
Anhand ihrer Untersuchungen haben die Biologinnen die Proben einer von fünf Güteklassen zugeordnet. "Während von 2000 bis 2004 noch 35 Prozent der Probenstellen eine erste Klasse aufwiesen, waren es im aktuellen Erhebungszeitraum nur mehr 29 Prozent", so Luigi Minach, Direktor der Umweltagentur des Landes. Der Anteil der zweiten Klasse liege nun bei 43 Prozent, während er früher gut ein Drittel ausgemacht habe. Auffallend sei, dass zudem vermehrt Proben der dritten Klasse auftreten und auch einige der vierten, die 2000 bis 2004 in Südtirol noch nicht aufgetreten war. Am besten hat übrigens die Falschauer abgeschnitten, am schlechtesten der Salurner Graben.
Die Ergebnisse seien zwar kein Grund zu größerer Sorge, wohl aber müssten die Ursachen erforscht und Verbesserungen angestrebt werden, so Flavio Ruffini, Direktor des Ressorts von Landesrat Michl Laimer. Es sei davon auszugehen, dass vermehrte Ableitungen, aber auch niederschlagsarme Jahre zu einer höheren Konzentration von Nährstoffen und organischer Belastung geführt hätten. Dazu kommen die Nährstoffeinträge aus dem landwirtschaftlich genutzten Umland. "Letztere können durch einen intakten Uferbegleitsaum erheblich verringert werden", so Minach, der allerdings darauf verwies, dass sich die Wasserqualität aus chemischer Sicht verbessere. Dies sei dem sehr hohen Klärungsgrad der Abwässer zu verdanken, der dank der mittlerweile 53 Kläranlagen bei 96 Prozent liegt.
Wie Ernesto Scarperi, Direktor des Landesamts für Gewässerschutz, heute betonte, sei eine ganze Reihe von Schutzmaßnahmen auch im neuen Gewässernutzungsplan des Landes enthalten. So gehe es um eine vorsichtigere Nutzung des Wassers zur Stromproduktion, um höhere Restwassermengen und die Festlegung von Flussabschnitten (etwa an Eisack und Etsch), an denen keine E-Werke entstehen dürften. Darüber hinaus wird es gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerqualität am Salurner und Kalterer Graben geben. Und schließlich sei man bemüht, die noch verbliebenen nicht geklärten Abwässer zu klären.
Wer sich die Ergebnisse der Gewässergüte-Untersuchung im Detail zu Gemüte führen will, bekommt die Publikation kostenlos im Biologischen Landeslabor, Unterbergstraße 2, Leifers (Tel. 0471 950431, E-Mail labbio@provinz.bz.it). Zudem wird man im Südtiroler Bürgernetz fündig: www.provinz.bz.it/umweltagentur/wasser/biologische-untersuchung.asp
Dienstag, 08. Dezember 2009
Weihnachtszeit, stille Zeit
Leider ist es in letzter Zeit etwas ruhig geworden in diesem Blog. Grund dafür ist keineswegs, dass sich die Lage im Südtiroler Arten-, Biotop- und Landschaftsschutz wirklich verbessert hätte. Vielmehr liegt es daran, dass ich zur Zeit aus beruflichen Gründen kaum Zeit finde diesbezügliche Entwicklungen in Südtirol zu verfolgen. Außerdem war das Thema, um das es hier geht, im letzten Monat in den Medien, die ich online verfolgen kann (ff, LPA, suedtirolnews, STOL) kaum präsent. Sobald sich dieser Trend ändert, wird es auch in diesem Blog wieder mehr Beiträge geben.
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